Sepp Schneider gewinnt Chiemgauer 100-km-Lauf in Rekordzeit




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Sepp Schneider gewinnt Chiemgauer 100-km-Lauf in Rekordzeit

Neuer Teilnehmerrekord trotz großer Hitze – Erstmals bewältigt eine Frau

die 100-Meilen-Strecke
Einen phantastischen neuen Streckenrekord stellte der Sieger des 3. Chiemgauer Ultramarathonlaufes, der für die LG Chiemgau-Süd startende Lokalmatador Sepp Schneider, bei seinem Sieg auf der Hauptstrecke über 100 km und 4.400 Höhenmeter auf. Mit seiner Gesamtzeit von 11.06 Std. unterbot er die ohnehin schon hochkarätigen 11:38 Std. des Österreichers Sigi Unterweger, Sieger der ersten beiden Austragungen, um 32 Minuten! Auch die Gewinnerin bei den Damen, Birgit Bruder vom PSV Pirmasens, blieb in 15:16 Std. deutlich unter der Marke des Vorjahres, verfehlte jedoch um mehr als eine Stunde die Bestzeit von Carmen Hildebrand (SSC Hanau-Rodenbach) aus dem Premierenjahr 2005.
66 Läuferinnen und Läufer wurden von Veranstalter Dr. Giselher Schneider, der dieses Mal auf seine eigene Teilnahme verzichtet hatte, und Organisationschef Herbert Fritzenwenger sen. am Samstagmorgen um 5 Uhr im Ruhpoldinger Waldstadion auf die Strecke geschickt, 13 hatten sich schon am Vorabend im freien Start auf die 100-Meilen-Option begeben. Sepp Schneider, erfahrener Berg- und Straßenläufer, Spitzenathlet über die klassische Marathondistanz mit einer Bestzeit von 2:20 Std., früheres Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft im 100-km-Straßenlauf und mit dieser auch einmal Team-Weltcupsieger, hatte sich nach mehrjähriger, verletzungsbedingter Laufabstinenz noch einmal mit konsequentem Training in absolute Topform gebracht. Trotz langer Wettkampfpause als Favorit gehandelt wurde er dieser Einschätzung von Anfang an gerecht. Bereits auf den 26 km rund um den Rauschberg legte er mit 2:06 ein Tempo vor, dem lediglich der Ingolstädter Kurt Lindermüller annähernd folgen konnte. Der 48-jährige vergrößerte über Unternberg und Hörndl seinen Vorsprung bei der Station Jochberg kontinuierlich auf 40 min, und nach knapp 70 km in Maria Eck war er bereits mehr als eine Stunde in Front. Tragischerweise verlief sich Lindermüller hier trotz gut markierter Route – er wurde später für die 80 km gewertet – doch Schneiders Sieg hätten ohnehin nur noch außergewöhnliche Umstände verhindern können. Kurz nach 14 Uhr und damit eine dreiviertel Stunde eher als Sigi Unterweger 2006 erreichte er den Gipfel des Hochfelln, den in jeder Hinsicht „Höhepunkt“ des Laufes: Hier genießen alle Teilnehmer ungeachtet der Strapazen jedes Jahr die herrliche Aussicht, das von den Wirtsleuten Evi und Lois kostenlos zur Verfügung gestellte Getränkeangebot lässt keinen Wunsch unerfüllt, die Verpflegung des eingespielten Gipfelteams füllt die Reserven wieder auf, und, angefeuert von den staunenden und ungläubig den Kopf schüttelnden Gästen und Wanderern, geht es von nun an bis ins Ziel „nur noch bergab“.

Mit einem Lächeln auf den Lippen und immer noch zu Scherzen aufgelegt („Mir brauchst des ned sogn, wo i hilaffa muaß, i kenn des ois“) begab sich Schneider auf das letzte Teilstück und erreichte, immer noch locker wirkend, ungefährdet das Ziel im Waldstadion zu einem Zeitpunkt, als seine „Verfolger“ den Felln gerade eben verlassen hatten. Es waren dies der Amerikaner Tom Possert und der Südtiroler Martin Berger, der sich in einem spannenden Finish auf den letzten Kilometern Rang 2 sicherte (12:43) vor der „Legende“ aus den USA, dem dreifachen Sieger des „Badwater Run“ über 217 km und 5.400 Höhenmeter (12:46); die weitere Reihenfolge der Top Ten: 4. Jobst von Palombini, VfL Bückeburg (14:03); 5. Horst Raber, ohne Verein (14:19); 6. Josef Grond, Marathon Steinfurt (14: 20); 7. Thomas Steffl, DAV Lauf (14:54); 8. Carsten Schneehage, LC Bad Dürkheim (14:56); 9. Peter Jansen, ohne Verein (14:59); 10. Thomas Brey, RSV Garching (15:01).

Bereits auf dem hervorragenden 12. Gesamtrang im Feld der insgesamt 30 100-km-Finisher(innen) landete die Damensiegerin Birgit Bruder (PSV Pirmasens), die in 15:16 Std. nicht nur fast zwei Drittel der männlichen Teilnehmer hinter sich ließ, sondern auch die Zweitplatzierte und einzig verbliebene Konkurrentin Martina Juda (Tschechien; 15:58) klar auf Distanz hielt.

Die 100 Meilen gewann Ulrich Zach (DVV Coburg) in 30:07 vor Johan Bogaert (BEL), der allerdings an einer Stelle wegen Orientierungsproblemen viel Zeit verschenken musste. Auf Platz 3 landeten zeitgleich der einzige heimische 100-Meilen-Teilnehmer, Uli von Großmann (SC Eisenärzt) und der letztjährige Zweite Hermann Böhm (TB Weiden) in 32:18 Std. Erstmalig erreichte dieses Jahr auch eine Dame auf der 100-Meilen-Strecke das Ziel: Anke Drescher, die bekannte und auf vielen derartigen Veranstaltungen präsente Ultraläuferin vom SSC Hanau-Rodenbach, meisterte diese gewaltige Herausforderung gut gelaunt in 34:22 Std.


Wohl als Opfer der hohen Temperaturen mussten zwei 100-Meiler und fünf 100-km Aspiranten vorzeitig aufgeben. Den Gipfel des Hochfelln erreichten insgesamt 36 Läuferinnen und Läufer; die restlichen begnügten sich mit den alternativ angebotenen 66- bzw. 80-km-Varianten, angesichts der Hitze eine jeweils sicherlich vernünftige Entscheidung. Und so galt ein Einsatz des Rettungshubschraubers am Felln nicht etwa einem Teilnehmer, sondern einem Wanderer, der einen Schwächeanfall erlitten hatte – ein schöner Beleg für deren guten Trainingszustand und die Vernunft bzw. das richtige Einschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Auf den 66 km belegten Jörn Steffen (LC Bad Dürkheim), Maik Dieroff (Bullen-Team) und Sigi Scherer (riap-sport) die ersten drei Plätze, über 80 km landeten der schon genannte Kurt Lindermüller (positiv ingolstadt), Joachim Treiber (TSG Backnang) und Stephan Repke (Salomon XT Wings) auf dem „Stockerl“, bei den Damen holte sich hier Christa Rebstock (TSV Oberstdorf) den Sieg. Insgesamt verlief die Veranstaltung reibungslos auf der Originalstrecke, was wegen der Forstarbeiten nach dem Orkan Kyrill fast bis zur letzten Minute unsicher war.

Sämtliche Teilnehmer waren gleichermaßen vom Anspruch der Strecke beeindruckt wie von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der vielen freiwilligen Helfer begeistert. Allen voran ist hier Herbert Fritzenwenger sen. zu nennen. Mit seiner unschätzbaren Erfahrung meistert er sämtliche Krisensituationen in der Zentrale im Waldstadion, beginnt zusammen mit seiner Frau Erika um 4 Uhr früh mit dem Herrichten der Verpflegung, verlässt den „Kampfplatz“ erst nach 20-stündigem Dauereinsatz und verliert auch dann nicht die Ruhe, wenn 2 Funkgeräte Meldungen absetzen wollen, zeitgleich sein Handy klingelt und sich die aufgelöste Frau eines Teilnehmers, der den Wettkampf aufgegeben musste, nach dem Befinden des Gatten erkundigt. Dass er am nächsten Tag schon früh am Morgen die Siegerehrung vorbereitet, versteht sich von selbst… Ohne sein Engagement wäre diese Veranstaltung wohl kaum in dieser Form zu bewältigen



Franz Haselbeck
Bilder:
1 Moritz Waldemar und die Freude am Gipfel des Hochfelln. Ein Läufer aus dem Mittelfeld widerlegt das Vorurteil vom „verbissenen Wahnsinnigen“. (Foto: Laura Haselbeck)
2 Der Sieger Sepp Schneider (LG Chiemgau-Süd) erreicht den Gipfel des Laufes angsichts des sicheren Sieges mit einem Lachen auf den Lippen, das seinen ganzen Wettkampf zuvor schon begleitet hat. (Foto: Valentin Haselbeck)
3 Sepp Schneider wechselt mit Hilfe seiner Frau Karin nach der „Einlaufrunde“ um den Rauschberg das Schuhwerk; immer helfend und guter Laune zur Stelle: Herbert Fritzenwenger. (Foto: Veranstalter)
4 Die drei Erstplatzierten über 100 km: Tom Possert, Josef Schneider und Martin Berger (von links; Foto: Veranstalter)
5 Gut gelaunt schafft man auch das: Sepp Schneider auf der Strecke, hier kurzzeitig begleitet von Oswald Riedel, gleichfalls ein pensionerter Ausdauersportler. (Foto: Veranstalter)
6 Die Siegerin über 100 km bei den Damen: Birgit Bruder läuft, begleitet von der bayerischen Fahne, im Ruhpoldinger Waldstadion ein. (Foto: Veranstalter)


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