Lageplan und Wegbeschreibung




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Lageplan und Wegbeschreibung

Folgen Sie dem Berlingweg, der auf der Höhe der Hemsbacher Goethestraße an der B3 beginnt, bis rechts des Wegs der Berlingsbach fließt und sich Wiesenbereiche in Stufen den Hang hinaufziehen („Bach sei Wies“ im Winter ein beliebter Schlittenhang). Linkerhand biegt rechtwinklig ein Gebirgsweg in die Altebergfluren ein.



Der Alteberg in Hemsbach, Naturschutz Nr. 1/97

Text und Gestaltung: Gerhard Röhner

Herausgeber: BUND Ortsgruppe Hemsbach/Laudenbach

Eigendruck im Selbstverlag

Verwendung, auch auszugsweise, nur mit Zustimmung des Herausgebers
Biotoparbeitsgruppe der BUND Ortsgruppe Hemsbach/Laudenbach

Der Alteberg in Hemsbach



Geologie

Am Alteberg tritt das kristalline Grundgebirge (Hornblendegranodiorit) zutage, das von einer mehr oder weniger mächtigen Lößauflage bedeckt ist, die durch Erosion stellenweise sehr dünn bzw. vollständig abgetragen ist. Hier treten dann Felsblockpartien zu Tage. Im Bereich der Weinberge und Kleingärten sind durch jahrhundertelange Bodenbearbeitung vom Menschen geprägte Böden entstanden.


Klima

Durch die Hanglage ist das Gebiet klimatisch begünstigt, was sich im Beginn der Apfelblüte um den 25. April widerspiegelt. Das Klima ist subatlantisch getönt. Die Winter sind ziemlich mild und die Sommer sind bei mäßig hohen Niederschlägen recht warm. Der Alteberg ist als Grenzlage für den Erwerbsweinbau geeignet. Durch das vorhandenen Geländerelief können mikroklimatisch erhebliche Unterschiede auftreten, was insbesondere für das Vorkommen verschiedener Pflanzengesellschaften von Bedeutung ist.


Naturraum

Der Alteberg liegt im Naturraum Mittlere Bergstraße (226.4 nach Klausing 1967). Er ist Teil des Landschaftsschutzgebiets (LSG) Bergstraße/Oden-wald. Die höchste Erhebung beträgt am Wäldchen am Oberen Alteberg 230m über NN.


Nutzung

Nachweislich bereits im 11. Jahrhundert, sicher aber schon viel früher, wurde der Alteberg als Weinberg genutzt. Die Nutzungsstruktur des Gebiets ist sehr abwechselungsreich. Bedingt durch die in weiten Teilen bestehende Kleinparzellierung hat sich in Verbindung mit wechselnden Nutzungsintensitäten ein kleinstrukturiertes, vielfältiges Gebiet entwickelt. So finden wir an dem Nordwesthang Gehölzbestände, Streuobstwiesen, und Obstgärten. Südwestlich hiervon treffen wir auf einen Bereich mit kleinflächigen Obst-, Wein- und Kleingärten, der von hangparallelen Wegen durchzogen ist (Flur Unterer Alteberg). Die meisten Wingerte befinden sich jedoch auf den südexponierten Hängen des Zentralbereichs. Die von Obstbäumen bestandenen Flächen werden nur wenig oder gar nicht genutzt. Die Nutzungsintensität der bewirtschafteten, zumeist ziemlich steilen, Weinberge ist deutlich höher. In den letzten Jahren fielen jedoch auch eine Reihe von Wingertflächen brach.

Das artenreiche Wäldchen auf der Kuppe (Oberer Alteberg) und die es umgebenden Weiden wurden 1990 von der Stadt Hemsbach zusammen mit den Wiesen in der Berling in Pacht genommen. Sie werden seitdem zweimal im Jahr von einem Wanderschäfer mit einer Herde Schafe durchzogen und teilweise auch gemäht.
Für den Naturschutz wertvolle Landschaftselemente

Trotz jahrhundertelanger Nutzung des Altebergs haben sich eine Reihe von naturnahen und halbnatürlichen Elementen erhalten.

Am Alteberg konnte die bemerkenswert hohe Zahl von Pflanzen festgestellt werden:


  • mehr als 375 höhere und Farnpflanzen (20 davon auf der Roten Liste),

  • 29 Moose und

  • 67 Flechtenarten (5 davon auf der Roten Liste Baden-Württembergs).



Viele dieser Wildpflanzen finden sich in den wenigen Halbtrockenrasen und Säumen, an Lößböschungen und Weinbergsmauern. Einzelne der hier vorhandenen Arten haben darüber sogar landesweite Bedeutung. So galt die Bitterkraut-Sommerwurz (Orobanche picridis) bis zu ihrer Wieder-entdeckung 1989 durch F. Hergenhahn für Baden-Württemberg als ausgestorben. Außerhalb der Fundstellen bei Hemsbach und Sulzbach ist in Baden-Württemberg nur ein weiterer Wuchsort bekannt. Nach neuen Erkenntnissen ist die Elsässer Sommerwurz (Orobanche alsatica) auf ein kleines Verbreitungsgebiet mit wenigen Wuchsorten in Mitteleuropa beschränkt (nur zwei weitere Vorkommen in Baden-Württemberg).

Leider gibt es seit Anfang der 70er Jahre aber auch einige Verluste zu beklagen (z.B. Zarter Lein, Thymian-Seide u.a.)


An Tieren wurden (um einige wenige Beispiele zu nennen) festgestellt:

  • Dachs, Hermelin, Mauswiesel, Steinmader, Haselmaus;

  • Wendehals, Schwarz- Grau- Klein- und Grünspecht, Neuntöter, Sperber, Habicht, Kuckuck, Gartenrotschwanz, Dorngrasmücke, Pirol;

  • Schlingnatter, Blindschleiche, Zauneidechse, Grasfrosch, Feuersalamander, Erdkröte;

  • Sechs Laubheuschrecken-, zwei Grillen-, eine Dornschrecken- und sieben Feldheuschreckenarten


Pflegemaßnahmen und Ziele

Der Altebergbereich ist ein, bis auf verschiedenen Wingerte, wenig intensiv genutzter Teil der Hemsbacher Kulturlandschaft. Bei Nutzungsaufgabe drohen die Grundstücke, wie hier und da bereits geschehen, zu verbuschen. Teile, der auf die menschliche Bewirtschaftung angewiesenen typischen Bergstraßen-Flora und -Fauna würden dann bei uns keine Überlebens-Nieschen mehr finden.

Die Pflegemaßnahmen beziehen sich vor allem auf die Offenhaltung der Grundstücke, Böschungen und Weinbergsmauern. Zu diesem Zweck werden alle paar Jahre Flächen teilentbuscht. Vor allem wird jedoch ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Da sich bislang leider kein Abnehmer für das Mähgut hat finden lassen, wird es an Ort und Stelle (möglichst unter Bäumen) zu Haufen (intern „Schwöbelhäufchen“ genannt) zum Verrotten aufgeschichtet.
Pflegegrundstücke

Ein Teil der brachgefallenen Grundstücke wurde dem BUND freundlicherweise seit 1985 von den Eigentümern verpachtet und wird seitdem von der Biotoparbeitsgruppe gepflegt. Es sind die, in der Flur Alteberg gelegenen (in der Übersichtskarte durch Schraffur gekennzeichneten), Grundstücke mit den Flurstücknummern 597, 592/1+2, 579, 580, 581, 584/1 (teilweise), 1023 und 1021 (Garten F. Hergenhahn). Die Gesamtfläche der gepflegten Grundstücke beträgt ungefähr 0,8 ha..



Literatur:

  • Buttler, K.P./Stieglitz, W. (1976); Floristische Untersuchungen im Meßtischblatt 6417 (Mammheim-Nordost); in: Beitr. naturk. Forsch. SüdwDtl. 35; Karlsruhe

  • Cezanne, R. & Hodvina, S. (1991); Schutz- und Pflegekonzeption für Teile der Gewanne Alteberg und Berling Hemsbach, Gutachten im Auftrag der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Darmstadt (unveröffentlicht)

  • Demuth, S. (1990); Über einige seltene Orobanche-Arten der badischen Bergstraße; in: 24. Hess. Floristentag - Tagungsbeiträge; Darmstadt

  • Held, F. & Seybold, S. (1987); Die Vegetation des Naturschutzgebietes Wüstnächstenbach bei Weinheim; Veröffentlichungen Naturschutz und Landschaftspflege 62; Karsruhe

  • Kastner, J.F. (1980); Hemsbach im Wandel der Zeit; Hemsbach

  • Nordbadische Botaniker; Protokoll der Exkursion vom 20.06.1987 (unveröffentlicht)

  • Röhner, G. (1989); Zur ökologischen Struktur und langfristigen Sicherung von Flächen in den Gewannen Alteberg/Berling (unveröffentlicht)

  • Sebald u. a.(1996); Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 5; Stuttgart

  • Wolf, P. (1993); Syndynamik der Pflanzengesellschaften auf Böschungen des Kulturlandes der nordbadischen Bergstraße, Diplomarbeit; Ruprecht-Karls-Universität; Heidelberg


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