Für Lehrkräfte



Дата20.04.2016
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Reptilien Für Lehrkräfte
Systematik

Da die Systematik der Reptilien in der Literatur unterschiedlich dargestellt wird, folgt die vorliegende Systematik der Darstellung in Grzimeks Tierleben Band 6.


Klasse Kriechtiere (Reptilia)

Unterklasse Schläfengrubenlose Reptilien (Anapsida)

Ordnung Schildkröten (Testudines)

Unterordnung Halsberger (Cryptodira)

Halswender (Pleurodira)


Unterklasse Großsaurier (Archosauria)

Ordnung Krokodile (Crocodylia)

Unterordnung Vollkrokodile (Eusuchia)
Unterklasse Schuppenkriechtiere (Lepidosauria)

Ordnung Schnabelköpfe (Rhynchocephalia)

Unterordnung Brückenechsen (Sphenodontida)

Ordnung Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)

Unterordnung Echsen (Sauria)

Schlangen (Serpentes)



Allgemeine Kennzeichen

Reptilien zeigen eine mehr oder weniger stark verhornte Körperoberfläche, die fast immer in Schuppen oder Schilder gegliedert ist. Diese Haut bietet einen guten Schutz vor Austrocknung. Die dotterreichen Eier (Nährstoffdepot) mit pergamentartiger Schale schützen vor Austrocknung. Dadurch wird im Laufe der Evolution ein Larvenstadium im Wasser wie bei Amphibien überflüssig, die Eier können an Land abgelegt werden. Die Atmung erfolgt einzig über die Lungen, da wegen der Verhornung der Haut eine Hautatmung wie bei Amphibien unmöglich geworden ist.

Reptilien haben ursprünglich zwei Paar Gliedmaßen mit fünf Fingern und fünf Zehen, die jeweils mit Krallen besetzt sind. Die Körpertemperatur ist abhängig von der Wärmezufuhr aus der Umgebung (= ektotherm), worauf sich auch die Bezeichnung "wechselwarme Tiere" (früher: Kaltblüter) zurückführen lässt. Es liegt eine innere Befruchtung vor.
Einzelne Merkmale

Haut

Die verhornte Oberhaut ist ein einheitliches Gebilde aus totem Material, weshalb sie nicht mehr wachsen kann. Demzufolge häuten sich Schlangen und Echsen, wobei die neue Haut jeweils größer ist. Junge Tiere wachsen schnell, also gibt es bei ihnen häufigere Häutungen als bei älteren Tieren. Das Wachstum bei großen Arten ist nie ganz abgeschlossen, sie wachsen also solange sie leben. Kennzeichen vieler Reptilien ist also die Häutung, ein Vorgang, der durch Hormone gesteuert wird. Bei Schlangen reißt die Haut an den Mundrändern auf, die Tiere kriechen heraus. Dabei wird die Haut umgestülpt. Mitgehäutet werden auch die uhrglasähnlichen Augenbedeckungen. Die Haut wird als Ganzes abgestreift (= "Natternhemd"). Bei Echsen erfolgt ein stückweises Abstreifen der Haut (Grund: herausstehende Gliedmaßen).

Bei vielen Reptilien findet man Hautverknöcherungen in der Lederhaut, welche die Schutzwirkung der Haut verstärken. Die Hautknochen der Schildkröten sind mit dem Rumpfskelett zu einer knöchernen Kapsel, dem Panzer, verbunden. Bei Schildkröten und Krokodilen verdickt sich die Oberhaut im Laufe des Lebens der Tiere.
Gliedmaßenskelett/Fortbewegung

Kennzeichnend für das Skelett ist ein sehr urtümlicher Aufbau. Oft sind die ursprünglichen fünf Finger und Zehen noch vorhanden. Es gibt allerdings eine Reihe von Reduktionen. Es gibt zwei Hauptformen der Fortbewegung. Bei der ursprünglichen Art findet man kräftig entwickelte B eine, die den Rumpf etwas anheben. Die Beine werden wechselseitig nach vorn bewegt. Der Hinterfuß tritt nahe der Stelle auf, an welcher der Vorderfuß derselben Seite war. Die Wirbelsäule wird dabei schlängelnd bewegt. Der Schwanz bildet das Gegengewicht zu Kopf und Hals. Die Schlängelbewegung läuft bis zur Schwanzspitze aus.

Die Hauptabwandlung dieser ursprünglichen Form ist die Schlängelbewegung unter Verzicht auf die Gliedmaßen. Hierzu muss die Körperachse lang genug sein, um genügend Abstützpunkte zu haben. Dies bedingt eine erhöhte Wirbelzahl im Rumpf bei Schlangen bzw im Schwanz bei Blindschleichen. Die Tiere finden Halt am Boden mit Hilfe der scharfen Hinterkanten der Bauchschilder und durch die nach hinten abstützenden Bögen des sich schlängelnden Körpers.
Sinnesorgane

Das Auge hat für Reptilien meist eine große Bedeutung. Es muss Beute, Geschlechtspartner und Rivalen erkennen. Es muss auch Farben sehen können (Farbmuster bei den Tieren, bunte, abspreizbare Kehlsäcke). Die Augen liegen seitlich am Kopf, wodurch das Gesichtsfeld sehr groß ist. Dadurch bedingt ist allerdings das binokulare Sehen nur sehr eingeschränkt möglich, weshalb es einige Sonderanpassungen gibt. Oft sind die Augäpfel stark drehbar wie z.B. bei Chamäleons. Dadurch wird wieder ein räumliches Sehen möglich, was eine Voraussetzung für den gezielten Beutefang mit der Zunge ist. Bei anderen Reptilien wie z.B. Baumnattern findet man eine spitze Schnauze, wodurch die Pupillen nach vorne gerichtet werden.

Das Ohr hat für Reptilien nur eine ganz geringe Bedeutung, die Tiere sind so gut wie taub.

Der chemische Sinn spielt bei den meisten Reptilien eine große Rolle. Beim Züngeln nimmt die vorgestreckte Zunge Duftstoffe auf, die zum Jacobsonschen Organ (= nasovomerales Organ) im Gaumendach der Mundhöhle weitergeleitet werden. Die zwei Zipfel der Zunge passen genau in die Ausfuhrgänge dieses Organs. Bei Krokodilen ist dieses Organ nur während der Keimesentwicklung angelegt, adult ist es reduziert und funktionslos.


Herz/Kreislauf

Das Herz besteht aus drei Kammern (Ausnahme: vier Kammern bei Krokodilen). Die Scheidewand ist im Kammerbereich meist unvollständig ausgebildet, so dass eine Durchmischung von sauerstoffreichem und kohlendioxidreichem Blut vorliegt (erst bei Vögeln und Säugetieren kommen getrennte Lungen- und Körperkreisläufe vor). Die roten Blutkörperchen haben noch einen Zellkern, bei Vögeln und Säugetieren sind sie kernlos.


Zähne

Die Zähne der Reptilien dienen zum Ergreifen, Festhalten und Zerkleinern der Nahrung. Sie haben eine oder drei Spitzen (bei letzteren ist die mittlere Spitze auch die größte). Es gibt drei Typen der Bezahnung je nach Befestigung am Knochen. Pleurodonte Zähne sind an der Innenseite des Kieferknochens "angeleimt" oder sitzen in flachen Nischen (Beispiele: alle Schlangen und die meisten Echsen). Akrodonte Zähne sitzen auf der Kieferknochenkante (Beispiele: Brückenechse, Agamen). Therodonte Zähne sitzen in Zahnhöhlen ähnlich wie bei Säugetieren (Beispiel: Krokodile).

Bei Reptilien findet man bereits eine beginnende Differenzierung. So sind bei den Krokodilen einige Zähne länger und somit zum Festhalten der Beute bestens geeignet. Bei einigen Echsen sind die hinteren Zähne stumpf und dienen zum Zerdrücken harter Nahrung. Eine weitere Besonderheit stellen die Giftzähne dar. Am höchsten entwickelt sind die langen, umklappbaren und innen hohlen Giftzähne der Vipern. Nattern dagegen haben kurze Giftzähne mit einer Rinne, sie sind kurz und werden nicht umgeklappt. Der Zahnwechsel findet lebenslang statt.

Systematik der im Zoo Saarbrücken lebenden Reptilien
Klasse Kriechtiere (Reptilia)
1. Unterklasse Schläfengrubenlose Reptilien (Anapsida)
Ordnung Schildkröten (Testudines)

Unterordnung Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)

Familie Landschildkröten (Testudinidae)

Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni)

Breitrandschildkröte (Testudo marginata)

Sporenschildkröte (Testudo sulcata)

Madagassische Strahlenschildkröte (Testudo radiata)

Aldabra/Seychellen-Riesenschildkröte (Testudo gigantea)

Vierzehen-Landschildkröte (Testudo horsfieldii)

2. Unterklasse Großsaurier (Archosauria)
Ordnung Krokodile (Crocodylia)

Unterordnung Vollkrokodile (Eusuchia)

Familie Alligatoren

China-Alligator (Alligator sinensis)

3. Unterklasse Schuppenkriechtiere (Lepidosauria)

Ordnung Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)

Unterordnung Echsen (Sauria)
Zwischenordnung Geckoartige (Gekkota)
a) Familie Geckos (Gekkonidae)

Taggecko (Phelsuma standingi)

Vietnamesischer Goldgecko (Gekko ulikovskii)

Tokee (Gekko gecko)

Leopardgecko (Eublepharis macularius)
b) Familie Leguane (Iguanidae)

Unterfamilie Leguane i.e.S. (Iguanidae)



Grüner Leguan (Iguana iguana)

Nashornleguan (Iguana cornuta)

Unterfamilie Basilisken-Verwandtschaft (Basiliscinae)



Stirnlappenbasilisk (Basiliscus plumifrons)
c) Familie Agamen (Agamidae)

Bartagame (Pogona/Agama/Amphibolurus barbatus)

Wasseragame (Physignathus concincinus)
Zwischenordnung Skinkartige (Scincomorpha)
a) Familie Glattechsen (Scinicidae)

Blauzungenskink (Tiliqua scincoides)
b) Familie Gürtelechsen (Cordylidae)

Unterfamilie Schildechsen (Gerrhosaurinae)



Braune Schildechse/Afrikanische Schildechse (Gerrhosaurus major)

Ringel-Schildechse (Zonosaurus spec)
Unterordnung Schlangen (Serpentes)
Zwischenordnung Wühl- und Riesenschlangenartige (Henophidia)
Familie Riesenschlangen (Boidae)

Unterfamilie Pythonschlangen (Pythoninae)



Netzpython (Python reticulatus),

Tigerpython (Python molurus)

Gefleckter Python (Liasis childreni)

Grüner Baumpython (Chondropython viridis)
Unterfamilie Boa-Schlangen (Boinae)

Anakonda (Eunectes murinus)

Madagaskar-Boa (Acrantophis madagascariensis)

Dumeril-Madagaskar-Boa (Acrantophis dumerili)

Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis)

Königsboa (Boa constrictor)
Zwischenordnung Nattern- und Vipernartige (Xenophidia)

Familie Nattern (Colubridae)

Unterfamilie Land- und Baumnattern (Colubrinae)

Kornnatter (Elaphe guttata)

Vorstellung der einzelnen Gruppen

Im Folgenden werden nur die Tierartengruppen beschrieben, die im Zoo gut zu beobachten sind.


Ordnung Schildkröten (Testudines)

Schildkröten leben in allen Erdteilen und Meeren in gemäßigtem bis warmem Klima. Sie sind durch ihren Panzer unverwechselbar charakterisiert. Er umgibt das Tier, so dass nur Kopf, Gliedmaßen und Schwanz herausragen. Die innere, knöcherne Kapsel wird von großen Hornschildern bedeckt (seltener von einer lederartigen Haut). Rücken- und Bauchpanzer sind über eine Brücke miteinander verbunden. Die Panzerteile, die sich über die Mitte ziehen, sind mit den Dornfortsätzen der Wirbelsäule verbunden, die seitlichen Teile mit den Rippen. Die Platten am Rand des Panzers entstehen aus Verknöcherungen der Lederhaut. Halsberger-Schildkröten ziehen ihren Kopf in gerader Linie unter den Panzer, Halswender-Schildkröten legen ihn seitlich in den Panzer.

Der Schädel weist keine Zähne auf. Mit Hornkiefern werden Stücke aus der Nahrung geschnitten und ganz verschluckt. Schildkröten sind fast völlig taub, stumm (außer Paarungslaute der Männchen), haben aber einen ausgesprochen gut entwickelten Geruchssinn.

Landschildkröten der Familie Testudinidae sind gekennzeichnet durch einen stark verknöcherten und meist hoch gewölbten Panzer. Die Zehen der säulenförmigen Beine sind zu einem Klumpfuß verwachsen. Die Krallen sind frei. Viele Arten wurden früher gern als Haustiere gehalten. Da sie jedoch kalt überwintert werden (Kältestarre) sind sie im Zoo nicht das ganze Jahr über zu sehen.

Interessant für Zoobesucher ist die Madagassische Strahlenschildkröte (Testudo radiata), die auf Madagaskar fast ausgestorben war. Sie lebt - in der warmen Jahreszeit - zusammen mit Lemuren auf der Katta-Anlage. In einem Anbau mit Außenanlage an das Afrikahaus lebt die Seychellen-Riesenschildkröte (Testudo gigantea), die ähnlich aussieht wie die Galapagos-Riesenschildkröte (Testudo elephantopus). Gut beobachten lässt sich in der Anlage auch die Sporenschildkröte (Testudo sulcata).


Ordnung Krokodile (Crocodylia)

Krokodile stellen eine sehr einheitliche Gruppe dar. Sie leben meist im Bereich des Ufers von Süßwasser (Ausnahme: Leistenkrokodile, sie gehen auch in Meerwasser). An Land können sie sich erstaunlich schnell fortbewegen, in dem sie sich auf die Beine hochstemmen und so vorwärts schreiten, sie können sogar kurze Strecken galopppieren. Im Wasser sind sie elegante Schwimmer, wobei der Antrieb über den muskulösen, seitlich abgeflachten Ruderschwanz erfolgt. Die Zähne sind in der Größe etwas unterschiedlich und dienen nur zum Festhalten der Beute, die meist unter Wasser gezogen, in Stücke zerbissen und verschlungen wird.

Man unterteilt Krokodile in drei große Gruppen: Alligatoren (Alligatoridae), Echte Krokodile (Crocodylidae) und Gaviale (Gavialidae). Bei Alligatoren ist der vierte Unterkieferzahn nicht sichtbar wie bei Krokodilen. Mit Ausnahme des China-Alligators (Alligator sinensis) leben sie in der Neuen Welt. Die heutige Verbreitung des China-Alligators beschränkt sich auf den Unterlauf des Jangtsekiangs und bildet somit das nördlichste Verbreitungsgebiet aller Krokodile. Sie sind in ihrem Bestand extrem bedroht. Sie leben in Stillgewässern (Sümpfe, Teiche, Seen) und in langsam fließenden Flüssen, wo sie sich vorwiegend im Wasser aufhalten. Hier überwintern sie auch. Die Weibchen bauen große Nesthügel aus Pflanzenteilen und Schlamm und bewachen die darin abgelegten Eier. Nach etwa 90 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Eventuell waren die China-Alligatoren die Vorbilder für die chinesischen Drachen.

Ordnung Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)

Diese Ordnung wird in zwei Unterordnungen eingeteilt, in die Unterordnung Echsen (Sauria) und in die Unterordnung Schlangen (Serpentes).


Unterordnung Echsen (Sauria)

In diese Unterordnung gehören alle Tiere, die man landläufig als Eidechsen bezeichnet.

Echsen sind auf der ganzen Erde verbreitet, bevorzugen allerdings die warmen Zonen. Es gibt in den gemäßigten und kalten Zonen nur wenige Vertreter.

Die Zwischenordnung Geckoartige (Gekkota) sind eine äußerst formenreiche Familie, die von der Wüste bis zum tropischen Regenwald alle Lebensbereiche besiedelt.

Kennzeichnend für die Familie Geckos (Gekkonidae) ist ihre Fähigkeit, sich an glatten Wänden (sogar Glas) und an der Decke fest zu halten. Ermöglicht wird dies durch lamellenartige Haftvorrichtungen an der Unterseite der Zehen, die sich in winzigste Strukturen aufspalten. Zwischen diesen winzigen Strukturen und der Wand entsteht eine physikalische Wechselwirkung, die es den Tieren erlaubt, sich sogar an glatten Wänden blitzschnell zu bewegen.

Im Gegensatz zu den meisten Vertretern dieser Familie sind die Taggeckos auf Madagaskar und den angrenzenden Inselgruppen tagaktiv. Sie sind meist auffallend grün gefärbt mit zum Teil leuchtend roten Punkten auf dem Rücken. Aufgrund ihrer Färbung sind sie im dichten Laub gut getarnt. Ihre Hauptnahrung sind Insekten, sie fressen aber auch gern süße Früchte wie z.B. Bananen.

Ein naher Verwandter ist der Tokee, dessen Ruf wie "to-keh" klingt, es rufen allerdings nur die Männchen. Tokees leben in Südostasien und halten sich gern in der Nähe menschlicher Siedlungen auf. Sie nehmen tierische Kost zu sich, bei erwachsenen Tieren bis zur Größe einer jungen Maus.

Die Familie Leguane (Iguanidae) enthält ziemlich bekannte Vertreter wie den Grünen Leguan, den Nashornleguan und den Stirnlappenbasilisken. Sie leben in der Neuen Welt (und auf Madagaskar). Leguane sind tagaktiv und besitzen auffallende Signalorgane wie Kopfhelme, Rückenkämme oder Kehlanhänge, die besonders beim Drohverhalten eingesetzt werden.

Der größte Vertreter ist der Grüne Leguan, der eine Länge von bis zu 2 m erreicht, allerdings entfallen dabei nur etwa 45 cm auf den Körper, der Rest gehört zum Schwanz. Kennzeichnend sind die bei beiden Geschlechtern dauernd sichtbaren Kehlsäcke und große Schuppen unter dem Trommelfell. Wie ihre grüne Färbung erwarten lässt, leben sie in feuchten Gebieten auf Bäumen.

Der Nashornleguan - vor allem die Männchen - tragen auf der Schnauzenspitze drei Hornhöcker. Sie leben bevorzugt in trockenen Gebieten. Beide Arten verteidigen sich durch Schläge ihrer muskulösen Schwänze.

Der Stirnlappenbasilisk bevorzugt die Nähe zum Wasser, sie können gut schwimmen und tauchen. Nur bei den Männchen sind die Stirnlappen groß ausgebildet.

Das Gegenstück zu den Leguanen der Neuen Welt bildet die Familie Agamen (Agamidae) der Alten Welt und Australiens. Man kann sehr ähnliche Parallelformen zwischen beiden Familien erkennen (Konvergenz) aufgrund von Anpassungen an den entsprechenden Lebensraum.

Die Bartagame lebt in Australien und zählt zu den bekanntesten Vertretern, da sie gern als Haustier gehalten wird. Der "Bart" besteht aus einer Kinnfalte, die mit spitzen Stacheln besetzt ist. Bei Bedrohung bläst sich das Tier auf und öffnet weit das Maul. Verstärkt wird diese abschreckende Wirkung durch den innen grüngelb gefärbten Mundrand. Ihr Lebensraum ist hauptsächlich der Boden mit Ausnahme des tropischen Regenwaldes.

Wasseragamen oder Wasserdrachen bevorzugen dagegen Gewässer und sind hervorragende Schwimmer.


Unterordnung Schlangen (Serpentes)

Schlangen gehören für den Menschen nicht gerade zu den beliebtesten Tieren. Vielfach ist sogar eine ausgeprägte Phobie entwickelt. Dem Menschen sympathisch sind dagegen Tiere, die sich wie er selbst in die Senkrechte begeben können wie z.B. Bären oder Hunde, die Männchen machen. Auch Vögel entsprechen diesem Bild. Tiere dagegen, die sich waagerecht bewegen, verursachen eher Abscheu.

Schlangen stammen von Echsen mit gut entwickelten Beinen ab. Im Laufe der Evolution wurden die Gliedmaßen und das Ohr zurückgebildet, dafür wurden zahlreiche Spezialisierungen entwickelt. Schultergürtel, Brustbein und Teile der Hirnkapsel fehlen. Die Teile des Schädels einschließlich Unterkiefer sind nur locker miteinander verbunden als Anpassung an das komplette Verschlingen ganzer Beutetiere. Es fehlt die Harnblase. Die langgestreckte Gestalt erfordert eine große Anzahl an Wirbeln (bis zu 435) und Rippen. Die inneren Organe sind ebenfalls langgestreckt ausgebildet. Der Magen ist gekennzeichnet durch ein extrem großes Fassungsvermögen. Ist er stark gefüllt, wird sogar die Körperwand so stark gedehnt, dass die Schuppen auseinander getrieben werden.

Der Sehsinn ist gut entwickelt, das Tier reagiert damit jedoch nur auf Bewegung. Interessant ist das Temperatur-Sinnesorgan (= Infrarot-Sinnesorgan), mit dem einige Schlangen (z.B. Pythons und Grubenottern) Temperaturunterschiede wahrnehmen können.

Im Folgenden wird die Familie Riesenschlangen (Boidae) betrachtet. Die bekanntesten Unterfamilien sind die Boas und die Pythons. Pythons leben in der Alten Welt von Afrika bis zur indoaustralischen Inselwelt, Boas kommen in der Neuen Welt und auf Madagaskar vor. Während Boas lebendgebärend (ovovivipar) sind, legen Pythons Eier, die von den Weibchen "bebrütet" werden. Das Bebrüten besteht darin, dass sich das Weibchen über dem Gelege zusammenrollt und durch Muskelkontraktionen die Temperatur steuern kann (bei niedrigen Temperaturen wird häufiger "gezuckt", wodurch Wärme erzeugt wird).

Die Größe der Riesenschlangen wird oft stark übertrieben, Tiere von mehr als gut 10 m scheinen nicht zu existieren.

Über die Riesen- oder Würgeschlangen gibt es eine Reihe von Schauergeschichten. Tatsache ist, dass sie Jagd auf große Beutetiere machen. Hat eine Riesenschlange ein Beutetier erspäht, beißt es mit den nach hinten gekrümmten Zähnen zu und beginnt unverzüglich, seinen Körper um das Beutetier zu schlingen. Während dieser Umschlingung wird durch die Muskeln immer mehr Druck auf das Beutetier ausgeübt, so dass im Beutetier lebenswichtige Blutgefäße platzen und das Beutetier daran stirbt. Seltener kommt es zum Ersticken. Nachdem sich das Beutetier eine Zeitlang nicht mehr bewegt hat, beginnt die Schlange nach dem Kopf des Beutetieres zu suchen und fängt dort an, es ganz zu verschlingen. Der Vorteil besteht darin, dass sich dadurch die Gliedmaßen des Beutetieres eng an dessen Körper schmiegen. Ein zielgerichtetes Umschlingen des Halses um das Beutetier zu erdrosseln gehört ins Reich der Märchen.

Zu den bekanntesten Pythonschlangen gehören Netzpython und Tigerpython. Beide Arten leben in Asien, der Netzpython von Hinterindien bis zu den Philippinen, der Tigerpython in zwei Unterarten (Heller und Dunkler Tigerpython) von Indien bis zum indoaustralischen Gebiet). Der Netzpython kann eine Länge von bis zu 10 m erreichen und besiedelte ursprünglich die tropischen Regenwälder und Sumpfgebiete. Mittlerweile ist er jedoch zu einem Kulturfolger geworden und wird sogar in Städten angetroffen. Der Tigerpython besiedelt ebenfalls Regen- und Bergwälder, meidet jedoch die Anwesenheit des Menschen. Der Gefleckte Python ist eine eher kleine Art aus Australien, wo er eine Reihe verschiedener Lebensräume bewohnt. Der Grüne Baumpython ist ein ausgesprochener Baumbewohner aus Neuguinea und den angrenzenden Inseln. Er lebt von schnellen Baumtieren, dadurch haben sich seine Vorderzähne im Verlaufe der Evolution verlängert, so dass er die Beutetiere besser festhalten kann. Der Schwanz wurde zu einem echten Greiforgan, mit dem sich der Python am Ast festhält, während ein Großteil seines Körpers nach vorn schnellen kann. Interessant ist, dass die Jungtiere nicht grün, sondern orangefarben sind.

Boas leben hauptsächlich in Amerika, der bekannteste Vertreter ist wohl die Anakonda. Ihre Verbreitung erstreckt sich über fast ganz Südamerika mit Ausnahme der Anden. Ihr Lebensraum ist in wasserreichen Gebieten und Sumpfgelände zu finden. Die Königsboa, wahrscheinlich besser bekannt unter dem deutschen Namen Abgottschlange oder unter dem wissenschaftlichen Namen Boa constrictor ist wohl die Riesenschlange schlechthin. Der Name Abgottschlange rührt daher, dass die Tiere in den religiösen Kulten der Indianer und Negersklaven eine Rolle spielte. Sie ist über ganz Südamerika verbreitet mit Ausnahme der höher gelegenen Gebiete. Sie sind eher dämmerungs- und nachtaktiv.

Im Gegensatz zu allen anderen Boas besiedeln die folgenden Arten nicht Amerika, sondern Madagaskar. Auf Madagaskar leben viele Tiergruppen, die in anderen Teilen der Welt von höher entwickelten verdrängt wurden (z.B. die Halbaffengruppe der Lemuren). Durch die Insellage konnten sich hier also Tierarten halten, die im benachbarten Afrika nicht mehr vorkommen. Solche Tierarten heißen endemisch. Interessant ist, dass die Madagaskar-Boa (Acrantophis madagascariensis) der südamerikanischen Boa constrictor sehr stark ähnelt. Die Boas Madagaskars bewohnen die verschiedensten Lebensräume vom Regenwald bis zu den Grassavannen. Sie leben teils auf dem Boden, gehen aber auch ins Geäst.


Literatur

Petzold, Hans-Günter: Aufgaben und Probleme bei der Erforschung der Lebensäußerungen

der Niederen Amnioten (Reptilien)

Berliner Tierpark Buch Nr. 38, Bina-Verlag, Berlin, 1984


Grzimeks Tierleben, Band 6, Reptilien

Kindler Verlag AG Zürich, 1970


Zinswiler, Vinzenz: Wirbeltiere: spezielle Zoologie Band 2, Amniota

Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1976

Mehrtens, John M.: Living snakes of the world

New York, Sterling Publishing Co., Inc. 1987

Reptilien Für Schülerinnen und Schüler

Gehe zum Tropicarium!



Schlangen

1. Im ersten Gehege leben 3 Arten von Riesenschlangen. Es handelt sich um Anakonda,

Tigerpython und Netzpython.

Unterscheide sie anhand der Zeichnung und notiere jeweils unter der Zeichnung den

Namen der betreffenden Art! (Hinweis: Schau Dir auch das betreffende Gehegeschild an!)









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2. Riesenschlangen nennt man auch Würgeschlangen. Sicherlich weißt du, wie sie Beute

machen. Notiere! (Hinweis: Sie ringeln sich nicht um den Hals!)

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3. Suche den Grünen Baumpython! Kreuze ihn auf der Zeichnung an!









O O O

4. Schau Dir das Gehege genau an und beschreibe den Lebensraum in der Natur!

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5. Erkläre die Färbung des Grünen Baumpythons!

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6. Überlege, wie die Tiere ihre Beutetiere (Vögel, kleine Echsen) fangen und schreibe deine Überlegungen auf!

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Leguane, Geckos

Suche das Gehege des Taggeckos! (Hinweis: Im selben Gehege leben auch Leopardgeckos, sie sind aber Bodenbewohner und eher nachtaktiv. Taggeckos sind grün.)


1. Schau dir die Färbung der Tiere an und erkläre!

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2. Schau dir das Gehege an und beschreibe den Lebensraum der Tiere in der Natur!

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3. Oft sieht man die Tiere an der glatten Glasscheibe. (Hinweis: Wenn du es hier nicht siehst, gehe zu einem weiteren Gecko im Tropicarium, dem Tokee)
Überlege, wie das möglich ist und notiere!
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.......................................................................................................................................................Gehe jetzt zum Nashornleguan!


4. Erkläre, wie das Tier vermutlich zu seinem Namen kam!

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5. Beim Nashornleguan kannst du Männchen und Weibchen gut unterscheiden. Notiere!

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6. Schau Dir das Gehege an und beschreibe den Lebensraum der Tiere in der Natur!

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7. Taggecko und Tokee können an der glatten Scheibe hängen. Kann der Nashornleguan das auch? Berichte!


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China-Alligator

1. Beschreibe das Gehege und den Lebensraum der Tiere! Gib an, wo sie sich aufhalten!

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2. Beschreibe den Körper! Achte auch auf die Körperoberfläche!

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3. Betrachte den Schwanz genauer und beschreibe!

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4. Beschreibe die Stellung der Beine zum Körper!

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5. Beschreibe die Lage von Augen und Nasenlöchern! Begründe die Lage!

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6. Mit etwas Glück siehst du die Zähne. Beschreibe sie und notiere ihre Aufgabe! Schreibe auch auf, was sie nicht können!
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Schildkröten - Afrikahaus

1. Notiere die Aufgabe des Panzers bei Schildkröten!

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2. Vergleiche die Körperoberfläche zwischen Schildkröten und Schlangen/Echsen!

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3. Vergleiche eine Schildkröte mit einer Echse (Taggecko)! Nenne Unterschiede und Gemeinsamkeiten! (Tipp: beide Arten gehören zu den Reptilien.)







Unterschiede: ...............................................................................................................................

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Gemeinsamkeiten: ........................................................................................................................

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4. Schildkröten sind Pflanzenfresser, haben aber keine Zähne. Notiere, wie sie Nahrung aufnehmen!
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Lösungen

Schlangen

1. Netzpython, Anakonda, Tigerpython

2. zubeißen (gleichförmige Zähne, die nach hinten gekrümmt sind), Umschlingen der Beute mit dem Körper, Anspannen der Muskeln, durch Druck der Muskeln wird ein Atmen der Beutetiere unmöglich, auch platzen wichtige Blutgefäße, die Beutetiere sterben

3. Baumpython = Nr. 3

4. Lebensraum: dichtes Laubwerk im tropischen Regenwald

5. Tarnung: um selbst nicht gesehen zu werden um um für Beutetiere unsichtbar zu sein

6. "Lassotechnik": Vorschnellen fast des ganzen Körpers, der Schwanz hält die Schlange am Ast fest
Leguane, Geckos

1. Tarnung

2. tropischer Regenwald, Baumbewohner

3. Festhalten an Glasscheiben mit winzigen Strukturen an den Füßen, verbreiterte Endglieder an den Zehenenden

4. nashornähnliche Strukturen am Kopf

5. Männchen mit deutlich größeren "Hörnern"

6. wüstenähnlich, felsig

7. nein, weil Tiere zu groß und schwer und wegen Krallen


China-Alligator

1. große Wasserfläche, Tiere leben hauptsächlich im Wasser

2. langer, kräftiger Schwanz, massiger Kopf, Füße mit Krallen, kräftige Panzerplatten als Körperoberfläche

3. Schwanz seitlich zum Ruderschwanz abgeplattet

4. Beine stehen seitlich am Körper, wenn Reptilien laufen wollen, müssen sie zuerst den Körper hochstemmen (bei Säugetieren stehen die Beine senkrecht unter dem Körper, bei ihnen entfällt somit das Hochstemmen

5. eine Linie, ragen beim Schwimmen aus dem Wasser heraus, ermöglichen so Orientierung

6. relativ gleichförmige Zähne, dienen zum Ergreifen und Festhalten der Beute, können aber nichts zerkleinern
Schildkröten - Afrikahaus

1. Panzer = Schutz vor Feinden

2. Schildkröten: harter Panzer, der mitwächst, Schlangen/Echsen: Schuppenkleid, das nicht mitwächst, sondern von Zeit zu Zeit gehäutet wird

3. Unterschiede: Schildkröte Panzer, Echse Schuppenkleid,

"Klumpfuß" bei Schildkröten, gut bewegliche Zehen bei Echsen

Körper kompakt, wenige Teile ragen hervor bei Schildkröten, gut beweglicher Körper bei Echsen

Gemeinsamkeiten: beides Reptilien, also Eier legend, wechselwarm, Haut als Panzerplatten

oder Schuppenkleid



4. "Abschneiden" der Pflanzenteile mit den harten Rändern des Mauls



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