Don Karlos Die Entstehung




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Friedrich Schiller: Don Karlos

Referenten: Anna Schäfer, Melanie Entian,

Achim Berkemeier, Werner- Joachim Otto

PS: Schillers Dramen

Dr. Michael Hofmann

SS 2009


26.05.2009

Don Karlos
Die Entstehung

Themensichtung

1782 Wolfgang v. Dalberg und Friedr. Schiller sprechen über die Œuvres de

Monsieur l’Abbé Saint-Réal.

15.07.1782 Brief Schillers an v. Dalberg; "Die Geschichte des Spaniers Don Carlos

verdient allerdings den Pinsel eines Dramatikers und ist vielleicht eines von den nächsten Sujets, die ich bearbeiten werde."

09.12.1782 Brief Friedr. Schillers an Wilh. Friedr. Hermann; Bitte um Sendung der

Œuvres de Monsieur l’Abbé Saint-Réal.

27.03.1783 Brief Friedr. Schillers an Reinwald, er sei fest entschlossen ein Drama über den Infanten von Spanien zu schreiben.

Bitte um die historiographischen Werke


- Geschichte Philipp II. von Spanien
- History of Philipp II. (Watson)
- Historia de España (Ferrera).

Themenbearbeitung


März- April 1783 "Bauerbacher Entwurf", Gliederung der Dramenschwerpunkte.


Juni/ Juli 1784 Neuaufnahme, Niederschrift der ersten und des teilweise zweiten

Aktes.


März 1785 Veröffentlichung des ersten Aktes in der "Rheinischen Thalia".
April 1786 Veröffentlichung der ersten drei Auftritte des zweiten Aktes in der

"Thalia".

April 1787 Fertigstellung und Drucklegung.
April 1787 Entstehung der Rigaer Prosafassung (Theaterbearbeitung und

Kürzungen).

Juni 1787 Veröffentlichung.
1787- 1805 Weitere Bearbeitungen des Don Karlos durch Schiller.
1805 Letzte vom Autor revidierte Auflage.

Tektonik



Charakterisierung der Personen
Don Karlos


  • ohne Elternliebe aufgewachsen (Mutter stirbt bei Geburt, Vater sieht er das erste Mal mit 6 Jahren)

  • ohne Zuspruch und Ermunterung ziemlich untätig

  • leicht begeisterungsfähig, doch schnell wieder enttäuscht → starke Gefühlsschwankungen

  • impulsives, gefühlsbetontes Verhalten

  • lässt sich in Intrigen verwickeln

  • weich

  • kein Stratege

  • jugendlich unbeherrscht


Königin Elisabeth

  • repräsentiert das Prinzip der Menschlichkeit

  • politisch interessiert

  • gegen Inquisition

  • entscheidet sich durch Beteiligung an Posas Intrige für Don Karlos und gegen den König


König Philipp

  • herrscht mit politischer und religiöser Tyrannei

  • sehr misstrauisch gegen über den Menschen, vertraut nicht einmal seiner Frau und seinem Sohn

  • hält viel von sich als König, Abwertung/ Verachtung anderer Menschen

  • lebt seine Macht voll aus, stellt seine Befehle an erste Stelle

  • unterwirft sich nur dem Willen der Kirche

andererseits:

  • ist eifersüchtig, fühlt sich allein gelassen


Marquis von Posa

  • von Ideen der europäischen Aufklärung bewegt

  • der Stratege des Aufstands

  • handelnde Person

  • willensstark

  • erfahrener Weltmann

  • diplomatisches Geschick

  • Klugheit

  • idealistisch, zu wenig Angst vor Gefahr



Personenkonstellation



Mögliche Zugänge, Motive, Betrachtungsweisen und Interpretationsansätze
1. „Humanitätsideal“

 „Seien Sie / Ein Mensch auf König Philipps Thron“ (V.4947/48)

 „Lassen Sie / (…), Menschenglück / Aus Ihrem Füllhorn strömen“ (V.3196-98)

 „Ein Federzug von dieser Hand, und neu / Erschaffen wird die Erde. Geben Sie / Gedankenfreiheit (V. 3214-3216)



Fazit: Schiller lässt im „Don Karlos“ die späteren Forderungen der französischen Revolution von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ anklingen. Die von Karlos und Posa geforderten Humanitätsideale scheitern. Gründe sind jedoch nicht die Undurchführbarkeit oder ihr unrealistischer Ansatz, sondern das starke Netz der Widersacher (Großinquisitor, Alba, usw.).
2. „Freundschaftsideal“

 Freundschaftsbeziehung zwischen Karlos und Posa. Posa „opfert“ sich im fünften Akt, um Karlos zu schützen und auf den Thron zu bringen, damit seine eingeforderten Ideale im Späteren zur Durchsetzung gelangen.


Fazit: Das klassische Freundschaftsideal lässt sich wohl eher nicht auf die Freundschaft der beiden Protagonisten Karlos und Posa übertragen, da Posa eher väterlich und lenkend agiert und seine Handlungen mehr zweckbehaftet sind.
3. „Politisches und historisches Drama“

 Posa als Typus eines denkenden, rationalen Weltbürgers, auch wenn dieser Typus der Zeit vorgreift: „Das Jahrhundert / Ist meinem Ideal nicht reif. Ich lebe / Ein Bürger derer, welche kommen werden. (V. 3078-3080)

 Schiller stellt die Praxis des Absolutismus den Idealen der europäischen Aufklärung gegenüber.

 Schiller verwendet Personen der realen spanischen Geschichte des 16.Jahrhunderts, formt jedoch Charaktere (Karlos’ Wahnsinn wird zur Liebe) und Fakten (Flamen, Alter der Personen, Versenkung der Armada) für seine Zwecke um.


Fazit: Schillers Intention war weniger die Darstellung historischer Tatsachen, als die Veranschaulichung die Ideale seiner Zeit an einem historischen Thema. Dramatische Kontraste sollen die Spannung und Hauptaussagen des Werkes verstärken und die Forderungen nach Freiheit und Toleranz hervorheben.
4. „Familiendrama“

 Zwei tragische Ansätze überwiegen für dieses familiäre Motiv: Karlos Liebe zur Stiefmutter und sein gestörtes Verhältnis zum eigenen Vater.



 Als weiteren Ansatz ließe sich noch die unerwiderte Liebe der Eboli in die Aspekte der Familientragödie einspannen.
Fazit: Das ursprüngliche Schwerpunktthema „Familiengemälde aus königlichem Hause“ wandelt Schiller in das angesprochene politische und humanitäre Ideal um, wobei die Familiengeschichte und die Verflechtungen für den Transport der Botschaften Verwendung finden.

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