Hauptseminar: Kritische Theorie der Gesellschaft




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Freie Universität Berlin, Otto Suhr Institut für Politikwissenschaft 10.06.2010
Hauptseminar: Kritische Theorie der Gesellschaft

Lehrveranstaltung:15 210 (SS 2010)
Dozent: Klaus Roth

Referenten: Katharina Arndt, Benedikt Fleischer, Kai Grunert, Alexandra Künzel, Clemens Pinnow, Rhena

Stürmer & Thomas Vorreyer



Adorno: Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft?
Allgemeine Grundbegriffe:
Tauschwert: Eine Ware ist ein äußerer Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse erfüllt, dessen Nützlichkeit macht es zum Gebrauchswert. Der Tauschwert ist das quantitative Verhältnis, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte einer anderen Art eintauschen. Dieser variiert mit Zeit und Ort.

Produktionsverhältnisse: Gesellschaftliche Verhältnisse, die Menschen bei der Produktion, dem



Austausch, der Verteilung und beim Verbrauch von Produkten zum Zweck

der Bedürfnisbefriedigung oder als Ware miteinander eingehen.

Produktivkräfte: PK sind alle natürlichen, technischen, organisatorischen und wissenschaftlichen

Ressourcen, die einer Gesellschaft in ihrer jeweiligen Produktionsweise und den

damit verbundenen Produktionsverhältnissen zur Reproduktion und Steigerung

derselben zur Verfügung stehen.


Mehrwert: Der Mehrwert ist der Wertüberschuss, den der Lohnarbeiter während seiner gesamten

Arbeitszeit produziert, nachdem er den Wert seiner Arbeitskraft (seinen Lohn)

reproduziert hat.

Grundbedingungen:

Heutige Gesellschaft von früherer distanziert Menschen leben im Überfluss; Problem: Verteilung der Ressourcen; Menschen nicht mehr der Arbeit unterworfen- können frei über die Organisation der Gesellschaft entscheiden.


Daraus folgende Hoffnung

Zu erwarten wäre unter diesen Umständen eigentlich ein Streben der Menschen nach einer humaneren und freieren Gesellschaft ABER: Die heutige Gesellschaft hat im Wesentlichen noch dieselbe soziale Verfassung wie zum Ende des letzten Jahrhunderts. (Also zu Zeiten Marx)


Frankfurter Schule analysiert Gesellschaft: Zwei relevante Faktoren: Qualitative Veränderungen im Wirtschaftsprozess und Gebrauch der Wissenschaft im Gesellschaftsprozess; Ardono bezieht sich hierbei auf den 2. Faktor: Durch die Errungenschaften der modernen Technik gelingt es der Gesellschaft immer besser, Zweifel zu beschwichtigen, einen Schleier über die Augen der Menschen zu legen.Die Wissensschaft ermöglicht es, die Menschen wirksamer (gewaltlos) zu beherrschen. Sie liefert die Instrumente hierfür. Hier spricht Adorno vom sogenannten „technischen Schleier“
→ Manipulation durch Medien (Technik)
direkt zur Rede Adornos:

„Die Streitfrage, ob die gegenwärtige Gesellschaft als Spätkapitalismus oder industrielle Gesellschaft bezeichnet werden muß, ist keine rein theoretische Frage. Es handelt sich darum festzustellen, ob das Verschwinden des subjektiven Bewusstseins sozialer Antagonismen und das Nachlassen des ideologischen Kampfes den Beweis dafür liefert, daß die Antithese zwischen Kapital und Arbeit jede objektive Bedeutung verloren hat. Oder lehrt eine nähere Analyse, so wie Adorno meint, daß die Basis des sozialen Systems unverändert ist, weil es der Gesellschaft gelungen sei, den Eindruck zu erwecken, daß die Rolle, die das Kapital für die Einschätzung der Situation spielt, nicht mehr von Interesse ist.“


These Kapitalismus (nach Marx)
Eigentum an Produktionsmitteln (Maschinen, Fabriken) durch die Kapitalisten begründet → Ziel: Anhäufung von Reichtum (Akkumulation) durch Eigentümer→ Mehrwert: Quelle des Reichtums, gespeist aus Mehrarbeit über das Äquivalent des Lohnes→ Gesetz der sinkenden Profitrate: Anteil der lebendigen Arbeit sinkt durch Technik→ aber: alleinige Mehrwertquelle, daher größere Ausbeutung des Arbeiters, um Rate konstant zu halten → Verelendung-> Revolution
vs. These Industriegeselschaft
Technisierung (Industiralisierung) aller Lebensbereiche als allein bestimmendes Element, soziale Verhältnisse unwichtig/Produktionsverhältnisse zu Industriegesellschaft→ spielt vor, dass technischer Fortschritt alle sozialen Probleme von selbst gelöst hat und die Utopie damit verwirklicht ist → die komplexe technische Vermittlung aus der Gesellschaft entsteht und zurückwirkt auf den einzelnen

Klassenverhältnis in der heutigen Gesellschaft:
Klassenbegriff bei Marx: objektiv Klassenverhältnisse heute: subjektiv
These: Das Klassenbewusstsein ist verloren gegangen!

„Dass von einem proletarischen Klassenbewusstsein in den maßgeblichen kapitalistischen Ländern nicht kann gesprochen werden, widerlegt nicht an sich [...] die Existenz von Klassen: Klasse war durch die Stellung zu den Produktionsmitteln bestimmt, nicht durchs Bewusstsein ihrer Angehörigen.“ (358)

„Dass Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse heute eines seien und man deshalb die Gesellschaft umstandslos von den Produktivkräften her konstruieren könne, ist die aktuelle Gestalt gesellschaftlich notwendigen Scheins.“ (368f.)

 Soziale Integration, geringe Verelendung und der „technologische Schleier“ verhindern Klassensolidarität und –bewusstsein.



Allerdings: Der Klassengegensatz besteht jedoch fort.


Neu: Quantität schlägt in Qualität um. (359)

In einer Krise wird der latente Klassengegensatz sichtbar.


Fazit: Klassen existieren weiterhin, aber Klassenbewusstsein fehlt→ keine Verelendung, Integration in die bürgerliche Gesellschaft(-> technolog. Schleier)→ dadurch mangelndes Bewusstsein, dass sie nicht mehr Handelnde (Subjekte) sondern Behandelte (Objekte) der Gesellschaft sind→ relevant, weil es in der Katastrophe nur die einen trifft


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