Frankfurter Rundschau, Wirtschaft, 12. 07. 2006 Lehrstellenmangel cdu und dgb reagieren Die cdu und der Gewerkschaftsbund wollen die Wirtschaft zur Verbesserung der Lage auf dem Ausbildungsmarkt stärker in die Pflicht nehmen




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Frankfurter Rundschau, Wirtschaft, 12.07.2006

Lehrstellenmangel

CDU und DGB reagieren

Die CDU und der Gewerkschaftsbund wollen die Wirtschaft zur Verbesserung der Lage auf dem Ausbildungsmarkt stärker in die Pflicht nehmen.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte am Dienstag, sie setze sich für eine Weiterentwicklung des Ausbildungspakts mit den Unternehmen ein. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Merkel, die Wachstumsdaten in Deutschland seien derzeit so günstig wie schon lange nicht mehr. "Diese Dynamik dürfte sich auch positiv auf die Ausbildungsbereitschaft auswirken." Nach Schätzungen der Kanzlerin werden im Herbst 50 000 Jugendliche eine Lehrstelle suchen.

Die Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Ingrid Sehrbrock, sagte, Ausbildung sei weiter Sache der Unternehmen - und eine Ausbildungsplatzumlage unverzichtbar. Gleichwohl müsse jungen Menschen noch in diesem Jahr mit einem Sofortprogramm geholfen werden. Die dafür geschätzten Kosten von rund 650 Millionen Euro pro Jahr sollten von der Bundesagentur für Arbeit, dem Bund und den Ländern gemeinsam getragen werden. Für dieses Jahr könne zunächst die Bundesagentur mit einem Teil ihres zu erwartenden Überschusses einspringen.

Zusätzlich will der Gewerkschaftsbund ungenutzte Hartz-IV-Mittel für mehr Ausbildung einsetzen lassen. Sehrbrock warnte, dass der Anteil der so genannten Altbewerber - die im Jahr zuvor nicht zum Zuge kamen - unter den Jugendlichen jedes Jahr steige und bereits die Hälfte ausmache. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze sinke weiter, während die Zahl der Lehrstellensuchenden steige. Die Lage in Ostdeutschland sei weiter wesentlich schlechter als die Situation im Westen.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende und Bundesbildungsministerin Annette Schavan kündigte zusammen mit Generalsekretär Ronald Pofalla an, die CDU werde direkt in den Wahlkreisen für zusätzliche Ausbildungsplätze werben. Sie forderten die Wirtschaft auf, die anziehende Konjunktur zu nutzen und über den kurzfristigen Bedarf hinaus Lehrstellen zu schaffen. Im Rahmen der Aktion "Jobstarter" soll gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen und Berufsschulen nach neuen Lehrstellen gesucht werden.

Die Lücke wird größer

FDP-Wirtschaftsexperte Rainer Brüderle erklärte, "Gewerkschaften und Schwarz-Rot überbieten sich in Heuchelei beim Thema Ausbildung." Neue Plätze entstünden nicht mit Strafabgaben und Zwangsquoten, sondern dank Aufschwung und Flexibilität am Arbeitsmarkt.



Die Bundesagentur für Arbeit geht für dieses Jahr von einer erneut größeren Lehrstellenlücke als im Jahr zuvor aus. Nach den jüngsten Schätzungen werden zum Abschluss des Berufsberatungsjahrs Ende September etwa 31 000 Lehrstellen fehlen. Vergangenes Jahr waren es 28 300. rtr




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